Die Mikrowelle

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Eine Modellbahn in der Mikrowelle? Sicher! Das funktioniert wirklich!

Mit dem Bau vom Monitor-Diorama kam ich auf den Geschmack von Modellbahn-Dioramen. Inzwischen kannte ich ein paar neue Modellbau-Techniken und ich wollte die unbedingt ausprobieren. Was eignet sich besser dafür als ein  Diorama?

Unter anderem wollte ich mich mal an einer herbstlichen Atmosphäre probieren. Fast jede Anlage, die ich kenne, spielt entweder im Frühling oder Sommer, und um ehrlich zu sein, das wird mittlerweile ein wenig langweilig. Um aber nicht das ganze N-Project in Herbst-Farben zu verschandeln, musste erst mal ein Übungsobjekt sein.
Schon seit einiger Zeit hatte ich die Idee, etwas in eine Mikrowelle zu bauen. Ein einfaches, rechteckiges Feld ist vorgegeben, was an sich schon erheblich einfacher als der Monitor ist. Dieser war sehr eckig und verjüngte sich nach innen und ehrlich gesagt, ich wollte etwas weniger komplexes in Bezug auf die Größe. Aber gut… Was könnte man in eine Mikrowelle bauen und, was noch viel wichtiger ist: Wo eine hernehmen…. hmm…

 

Magnetron in keuken

Die Mikrowelle  war schnell genug gefunden. Fast jeder Haushalt hat eine stehen und ab und zu gehen die mal kaputt. So auch diese Opfer! Der erste Schritt der gesamten Aktion war, alles, was nicht mehr in der Mikrowelle benötigt wurde, auszubauen und zu verschrotten.  Die Mikrowellen selbst natürlich, aber auch (in diesem Fall) den Lüfter und den Rest der Heizungen. Zum Abschluss flogen noch alle Leitungen raus… Uuuuund Tschüss…… Das einzige, was übrig bleibt, ist ein leeres Gehäuse.

Blieb einzig die Frage, was man da rein bauen könnte...  Die Idee war eigentlich auch nicht nur logisch, sondern klar wie Kloßbrühe… Denn was sieht man immer in der Mikrowelle, wenn man hineinschaut? Ein drehender Teller! Und was dreht auf einer Anlage? Eine Drehscheibe! Die Firma Heljan verfügt über einfache Drehscheiben nach amerikanischem Vorbild. Ein wenig groß, aber gut für meinen Zweck. Das Ding wurde in einem Bausatz (via Conrad)mitgeliefert  und ist nicht motorisiert.

 

Logo Heljan

Aber dafür gab es eine Lösung: der Antriebs-Motor ist doch bereits in der Mikrowelle, so das ein zusätzlicher Motor nicht notwendig ist. Da auch keine Züge fahren sollen, ist diese Scheibe in jeder Hinsicht ideal. Angesichts der Kosten für diese "Heljan" war ein andere Drehscheibe „zweiter Hand“, welche ich herumliegen hatte (mit vielen Schäden) für dieses Diorama nicht einmal einer Überlegung wert.

Draaischijf modeltrein Heljan

Nachdem die Scheibe komplett zusammengesetzt war, kam die Frage auf, wie genau die Scheibe und  der Antrieb der Mikrowelle zusammen passten. Unter der Drehscheibe ist ein Zahnrad, bloß, wie schließe ich das an??

Onderkant heljan draaischijf

Nach ein paar Nächten des probieren mit Zahnrädern (Lego) und Schnüren (ein Wirrwarr) kam ich auf folgende Idee. Auf den normalen Halter, wo der Teller drauf dreht, habe ich ein Stück Schwamm mit einem Lock in der Mitte gesteckt. Auf diese Weise drückt der Schwamm gegen das Zahnrad von der Drehscheibe und das war’s schon. Dadurch, das der Schwamm nicht überall gleichmäßig dick ist (so das er nicht ständig gegen das Zahnrad drückt), hält die Scheibe ab und an automatisch für einen kurzen Augenblick und dreht dann von alleine weiter.

Draaimechanisme draaischijf in magnetron

Nachdem das Antriebsproblem erledigt war, stellte sich die Frage der Beleuchtung. Die normale Lampe in der Mikrowelle sollte weiterhin darin arbeiten, aber Sie ist nicht leistungsstark genug. Also habe ich mithilfe des Türöffners und einer zusätzlichen Leuchtstoffröhre für mehr Licht gesorgt. Wenn die Tür geöffnet ist, dann brennt die normale Lampe, ist die Tür aber geschlossen, geht die Leuchtstoffröhre an. Aber ein Problem der Röhre ist, das das Licht sehr schnell zu „weiß“ ist. Das habe ich gelöst, indem ich zwei farbige Papierstreifen unter die Lampe gelegt und somit gleichzeitig die „Löcher im Himmel“ gestopft habe. Auf diese Weise entsteht auch gleich eine viel wärmere Lichtfarbe, die auch eine schöne Ansicht des Dioramas ergibt.

Binnenkant magnetron

So weit, so gut….. aber da gibt es noch eine Herausforderung: Die Anzeige wieder zum funktionieren zu bewegen. Ein Schaltplan der Elektronik war natürlich nicht zu finden und durch die Abrissarbeiten zu Beginn war die Verkabelung natürlich auch dahin…Alles in allem ist es mir geglückt, aber es war mit viel Schweiß verbunden. Die Anzeige funktioniert wieder und sämtliche Knöpfe tun ihre Arbeit. Wenn man die Mikrowelle auf „Ein“ stellt, dreht die Drehscheibe und wenn Sie „Fertig“ ist, erklingt der Piep- oder Summ-Ton und die Drehscheibe hält auch an.

Magnetron aansturing

Und jetzt natürlich das Diorama selber. Ehrlich gesagt, war es recht einfach. Ich hatte noch einige Modellbausätze liegen, die noch zusammengebaut werden mussten, und zusammen mit ein paar zusätzlichen Elementen aus der Bastelkiste habe ich ein bisschen „gekitbashed“. Kein Haus ist Standard, alles ist mit zusätzlichen „Abfallteilen“ zusammengesetzt worden.

Draaischijf in vogelperspectief

Die Bäume trimmte ich mit roten, gelben und braunen Farben auf Herbst. Mit dem Airbrush war das nicht all zu schwierig. Praktischerweise hätte ich hier eher zu den Revell-Farben greifen sollen, denn die normalerweise von mir verwendeten Tamyia-Farben sind ein wenig zu weich. Aber für die restlichen Arbeiten auf dem Diorama (Alterung & Co) sind diese wiederum Ideal.

Herfst op de modelbaan

Sämtliche Techniken, die ich hier benutz habe, sind auf der Seite beschrieben. Nichts Besonderes also. Das mit den Herbstfarben ging auch so gut, das es das gesamte N-Projekt nun auch über sich ergehen lassen muss. :) Zudem habe ich jetzt zum ersten Mal die Gleise mit dem Airbrush und Revell-Farben „gerostet“. Und ..... das funktioniert auch Prima! Sieht schon viel besser aus als dieses Standard-Grau. Wenn man das einmal so gesehen hat... möchte man es gar nicht mehr anders haben!

Locomotief van voren op draaischijf

Zum Abschluss habe ich dann noch die beiden Seitenwände und die Rückwand mit je einer Styrol-Platte verkleidet. Die Seiten habe ich dann schwarz lackiert, die Rückwand ist nun blau und weiß. Zum Anfang hatte ich es auf der Rückwand mit ausgedruckten Bäumen versucht, aber da die Wand größer als das A4-Blatt war, war da eine Naht in der Mitte… Grrrrrrr… Nun gut, ein Blau-Weißer Himmel sieht auch gut aus….Fehlen hier nur noch Fotos von dem Endresultat…. Mit diesem Mikrowellen-Diorama habe ich wieder eine Möglichkeit mehr, neue Loks auf eine schöne Weise im Wohnzimmer in Szene zu setzen. Alles im allem kann man sagen: Ein gelungenes Experiment.  Und jetzt Gedanken für das nächste Diorama machen…

 

Modelbaan in magnetron klaar
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Magnetron deur gesloten met trein erin
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Magnetron deur open